Harald Voglhuber | Photographer & Filmmaker

Werbefotografie & Werbefilme | Innsbruck, Tirol, Wien, Salzburg, Steiermark

Sanftes Erwachen – Neue Regensburger Hütte / Stubaital

Neue Regensburgerhütte - Time Lapse

Zeitraffer Aufnahmen sind nichts für mich, man muss still sitzen, warten und hat keine Ahnung ob man grad 2 Stunden und 1000 RAW-Bilder später eine coole Sequenz oder blos Datenmüll produziert hat. Fast so schön wie in analogen Zeiten :-) Und trotzdem oder gerade deswegen finde ich Zeitraffer Aufnahmen (Time Lapse) absolut faszinierend. Die “Raffung” der Zeit zu nutzen, um etwas sichtbar zu machen, was wir (so) nicht wahrnehmen können. Die Zeit als 4. Dimension aus Einsteins Relativitätstheorie!

Für die Ungeduldigen (wie mich),geht’s hier zum Zeitraffer :-)

Letztes Jahr hatte ich einen kurzen Film mit Slackliner Adrian Muhr auf der Neuen Regensburger Hütte im Stubaital gemacht. Als Startsequenz war der Plan eine Zeitraffer-Aufnahme zu machen. Wie es aber immer so ist, man kann nicht alles alleine und gleichzeitig machen. Der Zeitraffer lief und gleichzeitig wollten wir eigentlich Aufnahmen auf der Slackline im Sonnenaufgang machen. Der Zeitraffer war ok, aber nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte.

Den ganzen Sommer über hatte ich immer diese Aufnahmen im Kopf, wollte sie noch einmal machen, viel besser natürlich. Der letzte Sommer, wer sich noch erinnern kann, war …sagen wir’s mal, eher bescheiden 😉 So wurde nichts mehr aus den Aufnahmen und der Winter kam.

Nach dem Winter kommt aber auch wieder ein neuer Sommer und somit eine neue Chance :-) Nun schnappte ich mir Isomatte und meinen Schlacksack (+ Kameras selbstverständlich) und rauf zu Thomas Eder auf die Neuen Regensburger Hütte.

Sagte ich schon, dass Zeitraffer aufnahmen wider meine Natur sind, weil man still sitzen muss 😉 Die Buddhismus würde mich wieder lehren “im Moment” zu sein, “bei mir zu sein”…ich kann nicht/schlecht still sitzen und bei mir sein ist auf die Dauer auch langweilig :-) Daher sind Time Lapse Aufnahmen in der Nacht absolut ideal für mich. Stativ(e) mit Kamera(s) aufbauen, einschalten und im sanften Rhythmus des Klicken der Kamera(s) einschlafen …so die Theorie zumindest :-)

Ich konnte nicht schlafen, ich musste auf die Sterne schauen, war fasziniert wie viele man auf knapp 2.300 m sieht. Der Wind blies und es war in der Nacht um einiges kälter als gedacht. Ich hatte aber riesiges Glück mit dem Wetter, keine/kaum Wolken am Himmel. Trotzdem, Wecker stellen, 2 Stunden “schlafen”, wieder aufstehen und eine neue Kameraposition suchen, Wecker stellen, 2 Stunden “schlafen”, wieder aufstehen und eine neue Kameraposition suchen…

11836859_10207086412181540_3956706195614616672_n Kopie

Den Sonnenaufgang habe ich letztendlich verschlafen, zum Glück war meine Kamera “wach” :-) Ich selbst wachte erst wieder auf, als die erste eine frühmorgendliche Erfrischung im Badesee suchten. Fazit einer Nacht, etwa 4 volle 32 GB Speicherkarte, also mehrere 1000 RAW-Dateien und 4 leere Akkus. Ich denke aber es hat sich gelohnt.

Dann kann ich am Ende nur hoffen, dass euch die Aufnahmen so gut gefallen wie mir, ich habe auf alle Fälle Lust auf mehr bekommen und vielleicht lerne ich auf diese Weise auch noch irgendwann still zu sitzen :-) Ich freue mich auch schon auf unser Seminar am Berg: Outdoor & Lifestyle Fotografie in der Natur von 11. – 13. September auf der Neuen Regensburger Hütte, bei dem wir wohl die eine oder andere Location aus dem Zeitraffer erneut aufsuchen werden.

Comments are closed.