Harald Voglhuber | Photographer & Filmmaker

Werbefotografie & Werbefilme | Innsbruck, Tirol, Wien, Salzburg, Steiermark

Wie viel sind unsere Bilder wert?

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Liebe Fotografinnen und Fotografen da draußen und jene, die es noch werden wollen. Das Wirtschaftsblatt hatte im letzten Jahr einen recht interessanten Artikel mit dem Titel „In Österreich ist Platz für 1000 Fotografen – es gibt 6000!” veröffentlicht! Laut neuester Statistik der WKO gibt es mittlerweile 686 Berufsfotografen alleine in Tirol [sic!] …und ich denke die “Dunkelziffer” ist noch weitaus höher.

Es ist nicht zwingend die Anzahl der Fotografen, die ein Überleben in diesem Beruf mittlerweile schwierig macht, es sind vielmehr die kalkulierten Preise oder besser gesagt, die NICHT wirtschaftlich kalkulierten Preise von Mitbewerbern.

Ich will in diesem Artikel sicher niemanden angreifen und ich bin mir auch dessen bewusst, dass viele da draußen sind, die einfach aus Spaß und Freude Fotografieren. Wer allerdings Geld für seine Dienste verlangt, um sich ab und zu einmal ein neues Objektiv zu gönnen, möge bitte daran denken, dass der Großteil der Berufsfotografen erst einmal andere Kosten mit den Einnahmen begleichen muss bevor ein neues Objektiv gekauft werden kann. Entschließt man sich später doch Fotografie als Beruf (Vollzeit) auszuüben sollte weiters daran denken, dass es dann sehr schwierig sein wird von einem Tag auf den anderen das 3fache zu verlangen und man darf vor allem auch nicht die sehr hohen Steuern, Abgaben und sonstigen Aufwände vergessen, die vielen vielleicht gar nicht bewusst sind. Daher, für interessierte, vielleicht ein klein wenig Nachhilfe zum Thema Preiskalkulation :-)

1. Begriffliche Erklärungen zu Beginn
USt. (Umsatzsteuer) oder auch MWSt. (Mehrwertsteuer) in genannt. Einige „Auserwählte“ Fotografen sind als Künstler mit 10% eingestuft, der vorwiegende Rest von uns ist im Sinne der Finanz „Handwerker“ und muss somit 20% vom Umsatz (!) abführen.

Umsatz sind alle Einnahme vor Abzug der Ausgaben und Steuern. Ist man USt.-Pflichtig unterscheidet man noch Umsatz Brutto (vor Abzug der USt.) und Umsatz Netto (nach Abzug der USt.).

Gewinn ist jener Betrag, der nach Abzug von Umsatzsteuer und Ausgaben wie Anschaffungen, Einkäufe und sonstige Aufwände übrig bleibt. Vom Gewinn wird dann noch die EKSt. (Einkommenssteuer) und die Beträge für die Sozialversicherung (SVA) abgezogen.

SVA ist die Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft und bekommt ca. 28% vom Gewinn eines Einzelunternehmers = EPU (Einpersonen Unternehmen).

In Österreich gibt es dann noch eine Umsatzgrenze von 36.000 EUR (brutto) pro Jahr. Überschreitet man diese, ist man „automatisch“ USt.-Pflichtig. Es gibt für Kleinunternehmen noch die Regelung, dass man diese Einnahmen 1x in 5 Jahren um 15% überschreiten darf, bleiben wir aber bei 36.000 EUR pro Jahr, das heißt bei 36.001 EUR Umsatz müsste man 6000,17 EUR USt. ans Finanzamt nachträglich abführen.

Gehen wir in den folgenden Beispiel auch einmal davon aus wir sind Kleinunternehmer mit einem maximalen Umsatz von 36.000,– EUR im Jahr.

2. Fixkosten pro Jahr
Welche Fixkosten ergeben sich für einen Fotografen so in etwa übers Jahr gerechnet.

– Equipment (Neukauf/Ersatz/Erhaltung) min. 3.000,–
– Werbung / Messe(n) (ich habe hier sehr wenig gerechnet) 2.000,–
– Fahrzeug (Versicherung, Instandhaltung, Treibstoff, exkl. Anschaffungskosten) 2.500,–
– Versicherung f. Equipment 600,–
– WKO Grundumlage 259,–
– Tourismusbeitrag* – Amt der Tiroler LR (verpflichtend) 30,–
– Steuerberater 400,– bis 800,– EUR pro Jahr (im Schnitt 600,– EUR abhängig davon wie viel Buchhaltung man selber macht)
– Studio (abhängig von der Größe, Lage oder eben keines) ???
– Kosten für Verbrauchsmaterialien, wie Hintergrund, etc.
Gesamtkosten pro Jahr 8.989,– EUR
Gesamtkosten pro Monat 749,08 EUR

*Der Betrag für den Tourismusbeitrag ist wesentlich höher, sobald man USt-Pflichtig ist und schwankt je nach Region zwischen 7,7 %o und 16,2 %o vom Gewinn! Kann somit auch zügig das 10fache des oben angeführten Betrags sein.

Die oben angeführten Werte sind Beispielswerte, die in etwa für Kleinunternehmer zutreffen werden. Wer übrigens 3.000,– EUR fürs Equipment pro Jahr viel findet, sollte sich das eigene Equipment mal nachrechnen. Ich bin jetzt nicht von einer Einsteigerkamera mit 18-55 mm Kit-Objektiv ausgegangen. Das nötige Equipment für einen wirklich ernsthaften professionellen Einstieg wird zumindest bei 10.000,– bis 15.000,– EUR liegen. Kann aber ganz leicht auch das Doppelte kosten und im High-End Bereich kostet dann schon mal nur die Kamera 30.000,– EUR. Also zumindest 2 Kameras mit 2.8er Optiken. Sollte bei einem Auftrag etwas kaputt werden, können auch alternative Ersatz-Optiken nicht schaden. Dann haben wir noch Dinge wie (Studio-)Blitze mit Zubehör, einem vernünftigen Computer für die Nachbearbeitung und Speichermedien, wie Festplatten oder auch Speicherkarten für die Kamera. Die Nutzungsdauer vom Equipment ist auf 3 – 5 Jahre gerechnet.

Steuer und SVA
Realistischer gesehen gehen ca. 30% vom netto Umsatz (nicht Gewinn) ans Finanzamt und die SVA.

3. Verdienst und Einnahmen
Nehmen wir mal an, wir wollen in etwa so viel verdienen wie jemand der Angestellter ist und im Monat 1.500,– EUR netto bekommt. Das ist vor allem für Unternehmer nicht sehr viel, weil man das unternehmerische Risiko trägt und ggf. „Durststrecken“ überwinden muss.

Das heißt wir rechnen mit 1.500,– EUR netto Monatsgehalt * 14 (+ Urlaubs & Weihnachtsgeld) = 21.000,– EUR Nettogewinn nach Abzug sämtlicher Steuern und Ausgaben.

Für die Ungeduldigen unter euch, ihr müsstet mehr als 47.000,– EUR im Jahr umsetzten um das zu verdienen, was ein Angestellter mit einem Monatsgehalt von 1.500,– EUR netto verdient oder über 1000,– EUR pro Arbeitswoche.

Aber wie viel verdienen wir nun, wenn wir den Umsatz von 36.000,– EUR ausschöpfen und noch keine USt. bezahlen müssen.

Nehmen wir an, das Jahr hat 52 Wochen, davon gönnen wir uns 5 Wochen Urlaub (welche Utopie für Selbstständige :-)) und 1 Woche sind wir krank. In dieser Zeit haben wir im Gegensatz zu Angestellten nämlich keine Einnahmen. Das heißt es bleiben etwa 46 Arbeitswochen.

4. Nachbearbeitung brauche ich nicht!
…das ist ein Satz, den ich von Kunden schon oft gehört habe, die Kosten senken wollten oder sogar “Nachbearbeitung wird überbewertet!” 😉 Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass jeder Berufsfotograf, der um beste Qualität für seine Kunden bemüht ist in RAW (nicht JPG) fotografiert. Ich will an dieser stelle auch nur ganz zügig noch einmal erwähnen, dass es bei einem JPG NICHT möglich ist verlustfrei Farbe, Helligkeit und Kontrast zu optimieren und es beim 8 bit JPG auch nur 256 Helligkeitsabstufungen gibt und bei 14 bit RAW-Dateien “geringfügig” mehr, nämlich 16384 …eine 16 bit Mittelformat-Kamera erwähnen wir an dieser Stelle besser nicht 😉

Somit, wer seinen Kunden beste Qualität bieten will, MUSS im RAW-Format fotografieren und verbringt oft viel Zeit am Computer.

5. Hier nun einige Rechenbeispiele
5.1. Beispiel Portraitfotografie
Wir haben also unser Hobby Fotografie zum Beruf gemacht, haben vielleicht ein kleines Studio daheim oder sind mobile Fotografen. Bis jetzt haben wir in JPG fotografiert (nicht RAW) und haben dann einfach „alle“ JPGs auf DVD unseren Freunden gegeben. Jetzt sind wir selbstständig, wollen davon leben und verlangen 120,– EUR für 1,5 Std. Shooting + „alle“ Bilder auf DVD.

Das heißt, wollen wir 36.000,– EUR (Nettoumsatz) im Jahr erreichen, müssen wir 300 Shootings im Jahr für 120,– EUR machen. Das sind ca. 6,5 Shootings pro Arbeitswoche oder anders gesagt mehr als 1 Shooting pro Tag.

Welchen Realistischen Zeitaufwand haben wir pro Shooting.

– Vorgespräche per Telefon und Email: 0,5 – 1 Stunde
– Ideenausarbeitung, Planung und Vorbereitung des Shootings: je nach Shooting
– Equipment vorbereiten und einpacken (wenn man nicht im Studio fotografiert): 1 Stunde
– Shootingzeit: 1,5 Stunden
– Bearbeitungszeit pro Bild mit leichter Retusche: 20 – 30 Minuten
– Versand/Bereitstellung/Datensicherung der Bilder: 20 – 30 Minuten

Das heißt der Gesamtaufwand pro Shooting beträgt im Schnitt 5 Stunden, inkl. der Bearbeitung von 5 Bildern – wir haben gelernt, dass wir nicht mehr “alle” Fotos einfach aus DVD brennen :-)

Kostet 1 Shooting mit 5 Bildern 120,– EUR, so brauchen wir pro Jahr eben 300 Shootings um auf 36.000,– EUR Umsatz zu kommen. Das sind etwa 6,5 Shootings pro Woche mit einem Zeitaufwand von etwa 5 Std. pro Shooting. Gesamtarbeitszeit pro Woche sind dies somit etwa 32,5 Std.. Das klingt eigentlich nach einer ganz angenehmen Arbeitswoche :-)

Jeder, der sich schon jemals hauptberuflich als Fotograf versucht hat, weiß allerdings, es ist unmöglich 300 Shootings im Jahr zu machen. Meine Kolleginnen und Kollegen, die sehr viele Portraitshootings im Privatbereich machen, mögen mich korrigieren, aber ich denke für 100 Shootings im Jahr muss die Nachfrage schon ganz schön groß sein. Das heißt jetzt nicht, dass Fotografen faul sind und einfach nichts tun, wenn nicht 100 Kunden bei uns vor der Türe stehen 😉 Ich hätte wirklich außerordentlich gerne 100% verrechenbare Stunden, leider ist das nie möglich!

Was auch oft vergessen wird, zusätzlich zur fachlichen Arbeit kommen noch Dinge wie

– Buchhaltung und sonstiger Papierkram
– Werbung und Akquise
– Recherche, Fortbildung, freie Projekte (neues ausprobieren, was den Kunden zugute kommt)
– Arbeitsplatz aufräumen, Putzen und sonstige Dinge

…die ebenfalls getan werden müssen.

Wie viel haben wir jetzt unterm Strich verdient mit unseren 300 Shootings à 120,– EUR (exkl. USt.)?
Umsatz – Kosten – Steuer & SVA = „Jahresgehalt“ / 14 = „Monatsgehalt“ und „Sonderzahlungen“
36.000 – 8989 – 8103,3 = 18907,7 /14 = 1350,55 EUR

Ist man USt. Pflichtig und will weiterhin „nur“ 300 Shootings/Jahr à 120,– EUR machen, so sieht die Rechnung folgendermaßen aus:

Umsatz – USt. – Kosten – Steuer & SVA = „Jahresgehalt“ / 14 = „Monatsgehalt“ und „Sonderzahlungen“
36.000 – 6000 – 8989 – 6303,3 = 14707,7 /14 = 1050,55 EUR

5.2. Beispiel Hotelfotografie
Nehmen wir mal an, wir fotografieren ein ganzes Hotel und benötigen dafür in etwa 8h vor Ort. Nachdem wir neu im Geschäft sind und noch nicht so viel Erfahrung haben, verlangen wir zum Beispiel 400,– EUR pauschal um ein ganzes Hotel zu fotografieren.

Wir wollen wieder unseren Jahresumsatz von 36.000,– EUR (Netto) erreichen und müssen dafür 90 (!!!) Hotels pro Jahr fotografieren. Das sind ca. 2 Hotels pro Arbeitswoche.

Welchen Realistischen Zeitaufwand haben wir jetzt pro Hotel.
– Vorgespräch Shooting 1 – 2 Stunden
– Equipment vorbereiten 1 Stunde
– Shooting 8 Stunden
– Nachbearbeitung der Bilder 15 – 25 Stunden (ja nach tatsächlicher Anzahl der Bilder und wie aufwändig die Verarbeitung ist)
– Versand/Bereitstellung/Datensicherung der Bilder: 30 – 60 Minuten
– Fahrtzeit & -kosten

Das heißt der Gesamtaufwand beträgt im Schnitt ca. 30 Std. pro Hotel mit einem Gesamtaufwand von etwa 60 Stunden pro Woche. Klingt das immer noch nach einer angenehmen Arbeitswoche 😉 Zusätzliche administrative Tätigkeiten und der zu erwartende Jahres/Monatsverdienst siehe oben beim Portrait!

Dieses Beispiel gilt auch für diejenigen, die um 400,– EUR Hochzeiten fotografieren :o) wobei der Zeitaufwand bei einer Hochzeit noch um einiges höher sein kann, als bei einem Hotel.

5.3. Beispiel Hochzeit
Weil wir gerade bei Hochzeiten sind. Ich für einige Zeit Hochzeiten fotografiert, somit weiß ich sehr genau wie viel Arbeit in einer Hochzeit steckt!

Sagen wir mal, ihr verdient 1.800,– EUR Brutto im Schnitt pro Hochzeit. Ich weiß, für Hochzeitspaar sind 1.800,– EUR oft viel Geld und viele verdienen im Monat nicht so viel, wie ein paar Stunden „knipsen“ mit einer Kamera in der Kirche und auf einer lustigen Party kostet.

Wer schon einmal eine Hochzeit fotografiert hat und dies ernst genommen hat, weiß man ist als Fotograf danach vollkommen erschöpft. Man hat kaum eine Pause, muss ständig die Technik (Kameraeinstellungen) im Auge behalten, ist hoch konzentriert, um ja keinen der flüchtigen Momente oder gar eines der geplanten Ereignisse zu verpassen, die dem Brautpaar so wichtig sind! Außerdem ist man noch ständig damit beschäftig außergewöhnliche Motive und Perspektiven zu finden, damit jede Hochzeit einmalig wird. Die Dauer einer Hochzeit kann schon mal 12 – 16 Stunden dauern, wären wir jetzt Angestellte so wären dies etwa 2 gesetzlich erlaubte Arbeitstage an 1 Arbeitstag :-)

Wie viele Hochzeiten müsst ihr im Jahr fotografieren und wie viel müsst ihr arbeiten, um 36.000,– EUR (netto), das sind 43.200,– EUR (brutto) zu verdienen und wie viel Zeitaufwand steckt dahinter.

– Vorgespräch Shooting 1 – 2 Stunden
– ggf. Location Check 1 – 3 Stunden
– Equipment vorbereiten 1 Stunde
– Hochzeit & Portraits 8 Stunden
– Nachbearbeitung 30 – 40 Stunden
– Versand/Bereitstellung/Datensicherung der Bilder: 30 – 60 Minuten
– Treffen nach der Hochzeit + E-Mail Verkehr, etc. 1 – 2 Stunden
– Fahrtzeit & -kosten, ggf. Übernachtung

Der realistische Zeitaufwand pro Hochzeit liegt somit bei etwa 50 Stunden und ist auch nicht nur von der Buchungsdauer abhängig. Manchmal können sogar kürzere Buchungen im Verhältnis viel mehr Zeit in Anspruch nehmen, als längere Buchungen. Wie sagt der “Stranger” in The Big Lebowski: “Sometimes you eat the bear and sometimes well he eats you!” oder in anderen Worten “Sometimes you win, sometimes you lose!”

Die Hochzeitssaison ist etwa Mai – Oktober = 6 Monat mit ca. 24 Wochenenden und 48 potentiellen Hochzeitsterminen (Freitag + Samstag) …andere Wochentage sind die Ausnahme.

Rechnen wir von den 1.800,– EUR 20% USt. (-300,– EUR) = 1.500,– EUR. Das heißt ihr müsst ca. 24 Hochzeiten fotografieren und dürft dabei keinerlei zusätzlichen Aufwände, wie Einkauf von Hochzeitsbüchern haben. Beim Design von Hochzeitsbüchern gibt’s natürlich noch mal einen zusätzlichen Zeitaufwand von 1 – 2 Arbeitstage à 8 Std.

24 Hochzeiten pro Jahr klingt nicht sehr viel, scheint man doch nur ein halbes Jahr beschäftigt zu sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, selbst 24 Hochzeiten können ganz schnell zum Fulltime-Job werden. Ich erinnere an dieser Stelle noch einmal an Punkte wie Buchhaltung, Kundenakquise, Werbung und Fortbildung (siehe Portrait).

Wir sind hier übrigens immer noch bei einem monatlichen „Gehalt“ von 1350,55 EUR

5.4. Hausübung Produktfotografie
Am Ende noch eine kleine Mathematik-Hausübung für alle ambitionierten Produktfotografen: Wie viele Produkte à 10,– EUR muss ich fotografieren, um davon leben zu können und wie lange darf ich pro Produkt brauchen. Als kleine Hilfestellung, ein Jahr mit 46 Arbeitswochen entspricht etwa 230 Arbeitstagen, was wiederum 1840 Arbeitsstunden oder 110400 Minuten entspricht :o) Nicht auf die Zeit fürs Auf- und Umbauen vom Studio vergessen.

6. Abschließend
Wie gesagt, dieser Artikel soll kein Angriff auf jemanden sein, der gerade neu im Gewerbe ist. Ich will auch nicht kleinkariert dazu aufrufen jede einzelne Minute und jeden Strich mit dem Bleistift zu verrechnen. Dieser Artikel soll mehr als Hilfestellung gedacht sein um besser einschätzen zu können was die eigene Dienstleistung wert ist und auch wie viele Abgaben wir im schönen Österreich bezahlen müssen. Vereinfacht gesagt, wer als Unternehmer Umsatzsteuerpflichtig ist darf übern Daumen etwa 50% seiner Einnahmen an den Staat abführen.

Es gibt im Augenblick sehr viele neue Fotografen, was auch eine gute Seite hat, es kommt frischer Wind in die Branche und jeder ist mehr gefordert hervorragende Arbeit zu leisten. Diese hervorragende Arbeit sollte aber meiner Ansicht nach auch adäquat monetär abgegolten werden. Spaß und (gratis) „Referenzbilder“ helfen euch nicht die Rechnungen zu bezahlen. Schätzt auch den Wert eurer Bilder und versucht dies auch euren Kunden zu erklären, was ihr tut und dass es nicht egal ist 50 statt nur 5 Bilder zu bearbeiten und auf einer DVD auszuliefern. Es ist auch unser aller Aufgabe unseren Kunden zu erklären wie viel Arbeit und Herzblut eines jeden motivierten Fotografen in unseren Bildern steckt.

Mit 10,– EUR oder weniger pro Stunde werdet ihr nicht auskommen. Als Anhaltspunkt für alle Neulinge, rechnet die Preise von oben (ausgenommen Hochzeiten) etwa x3, um auf ein sinnvolles Honorar zu kommen und setzt euch wirklich mal hin und überlegt wie viel Zeit ihr tatsächlich zum fertigen Foto braucht. Langfristig solltet ihr euch sicher Gedanken machen, wie ihr als EPU auf einen Jahresumsatz von 50.000,– bis 60.000,– EUR Brutto kommt, damit sich das Risiko Unternehmer zu sein auch auszahlt und ihr auch magere Zeiten überstehen könnt.

[ Update: Auf der Seite berufsfotografen.com gibt es auch noch einen interessanten News-Artikel zum Thema Tagessätze von Fotografen in http://www.berufsfotografen.com/news/wir-hoch-sind-die-tagessaetze-von-fotografen-derzeit-die-umfrage-zur-situation-in-der-professionellen-fotografie-ist-ausgewertet und auch einen Honorarrechner http://www.berufsfotografen.com/honorarrechner …viel Spaß damit :-) ]

Freu’ mich über positive, wie auch kritische Kommentare zu diesem Thema von euch :-)

[ Update: Von John Harrington gibt es 2 sehr gute Bücher zum Thema “Best Business Practices for Photographers” in englischer Sprache! ]

 

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